Wissenswertes über Krk
Der Name der Insel ist viel einfacher auszusprechen, als es scheint, denn vor dem R, das gerollt wird, fügt man ein kurzes I ein. Versuchen Sie es einmal so: Stellen Sie sich vor, Sie spielen mit einem Baby und machen „brrrrr“, dabei lassen Sie die Zunge vorne am Gaumen vibrieren. Nun versuchen Sie es mit Ki-rrr-K. Vor allem Franken dürften damit kein großes Problem haben.
Die Insel Kirk liegt südöstlich von Rijeka in der Kvarner-Bucht und ist zusammen mit der gleichgroßen Nachbarinsel Cres die größte Insel Kroatiens und die zweitgrößte in der Adria. Sie hat 405,78 Quadratkilometer und eine Länge von 38 Kilometern, die Küstenlänge beträgt 189,3 Kilometer, der höchste Gipfel (Obzova) ist 569 Meter hoch.
Befindet man sich an der nördlichen Westküste, sieht man auf Rijeka, Opatija und die Nordostdüste von Istrien. Ab Malinska blickt man auf Cres bzw. die kleine vorgelagerte Insel Otok Plavnik. Von der Ostküste aus sieht man das Kvarner Festland.
Die Insel ist geprägt von Höhlen und Grotten, engen Tälern und Dolinen. Ihre Küsten sind felsig - die Westküste läuft flach aus, die Ostküste ist tiefer. Neben den künstlich geschaffenen Betonstränden gibt es viele Buchten mit Kiesstränden, doch man findet auch vereinzelte Sandstrände. Die größten Buchten sind ‚Soline‘, in der es Heilschlamm (Fango) gibt, und ‚Puntarska draga‘. Umlagert wird Krk von etwa zwanzig kleinen Inseln, Felsenriffen und aus dem Meer ragenden Klippen.
Es gibt zwei Seen auf Krk (Jezero und Ponikva), sowie drei Flüsse (Veli oder Dobrinjski potok, Vretenica und Vela Rika).
Mit knapp achtzehntausend Einwohnern, die in achtundsechzig Ortschaften leben, ist Krk die meistbesiedelte Insel Kroatiens. Die Einwohner sind traditionell katholisch. Einnahmequellen der Bevölkerung sind die Fischerei, die Schifffahrt, der Schiffsbau, die Landwirtschaft (Oliven, Wein, Feigen und Viehzucht) und seit dem 19. Jahrhundert auch der Tourismus. Die erste Ansichtskarte erschien in Stadt Krk bereits im Jahr 1866. Vor allem Deutsche und Österreicher, aber auch Touristen aus Italien oder dem ehemaligen Ostblock verbringen ihren Urlaub gerne auf dieser Insel.
Im mittleren und westlichen Teil der Insel findet man hauptsächlich Wälder, Obst- und Gemüseanbau, Weingärten und Olivenhaine. Im nördlichen und südlichen Teil dominiert die Viehzucht. Auf den kargen Weideflächen werden meist Schafe und nur selten Rinder gehalten.
In der Gemeinde Vrbnik wird traditionell die Weißweinsorte Žlahtina angebaut, in anderen Teilen der Insel werden vermehrt Olivenbäume kultiviert. Davon abgesehen bietet Krk relativ wenige Möglichkeiten zur Landwirtschaft, weshalb die Einwohner das Karstland schon seit Jahrhunderten zur Zucht von Schafen nutzen, um Wolle, Fleisch und Käse zu erwirtschaften.
In unserem Kulturkreis ist die Zahl 7 eine Glückszahl, denn sie ist die Summe von drei (steht für Geist und Seele) und vier (steht für Körper). Sieben ist also eine Ganzheitszahl, und das spiegelt sich auch auf Krk wieder. Es gibt sieben historische Kastelle und sieben Verwaltungseinheiten - Stadt Krk, Omišalj, Malinska, Punat, Baška, Vrbnik und Dobrinj. Es werden auf der Insel sieben Bräuche gepflegt, sieben Tänze getanzt und sieben Nationaltrachten getragen, und es werden sieben Variationen des tschakawischen Dialekts der kroatischen Sprache gesprochen.
Wenn man über die Insel fährt und die Grundstücke neben den Straßen betrachtet, gewinnt das Wort ‚Steinreich‘ plötzlich seine urtümliche Bedeutung: Hätten ihre Besitzer so viel Geld wie Steine, könnten sie ein Leben in Saus und Braus führen. Trotzdem bietet die Insel eine reichhaltige Fauna und Flora. Etwa 1300 verschiedene Pflanzenarten existieren auf Krk, darunter charakteristische Baumarten wie Stein- und Flaumeiche, die Europäische Hopfenbuche oder die Orientalische Hainbuche.
Auch Vogelliebhaber finden auf Krk ein wahres Paradies vor. Mehr als 220 Vogelarten wurden bislang nachgewiesen – vor allem aber sieht man immer wieder den Eichelhäher mit seinem schönen, blau-braun-schwarzen Gefieder. Er zählt zu den Rabenvögeln, was er durch lautes Krächzen kundtut, und lebt gerne in Eichenwäldern, von denen es auf Krk genügend gibt. Darüber hinaus dient die Insel zahlreichen mittel- und nordeuropäischen Vögeln als Rastplatz, und einige Arten überwintern sogar auf der Insel. An der Steilküste zwischen Glavina und Mala Luka (südlich von Vrbnik) nisten Gänsegeier (Gyps fulvus Habl.), der dortige Küstenstreifen wurden deshalb bereits 1969 zum ornithologischen Schutzgebiet erklärt.
Die Anzahl von Schmetterlingen ist ebenso beeindruckend. Ein Lepidopterologe (Schmetterlingskundler) konnte innerhalb von nur vier Jahren 852 Schmetterlingsarten registrieren. Auch Amphibien und Reptilien gibt es auf Krk mehr als auf Cres oder Sizilien, nämlich 34 verschiedene Arten, darunter zwölf Schlangenarten. Einzige Giftschlange ist die Europäische Hornotter, zu erkennen an ihrem schönen Zackenmuster und dem Horn auf der Nase. Weitaus häufiger sind die nicht giftigen Balkan-Zornnatter, die Gelbgrüne Zornnatter sowie die Äskulapnatter.
Dagegen ist die Anzahl der Säugetierarten, die auf der Insel vorkommen, relativ gering, und die meisten von ihnen wurden von Menschen eingeführt. Es kommt aber auch hin und wieder vor, dass Braunbären vom Festland über den Velebit-Kanal schwimmend auf die Insel gelangen.
Für Menschen gibt es dreierlei Möglichkeiten, Krk zu erreichen. Per Fähre von den Nachbarinseln Cres oder Rab aus, mit dem Flugzeug, denn der internationalen Flughafen von Rijeka (Zračna luka Rijeka) liegt auf der Insel, oder über eine imposante Stahlbetonbrücke vom Festland aus. Sie besteht aus zwei Bögen, wovon der erste über den Tihi-Kanal auf die kleine unbewohnte Insel Sv. Marco reicht, der zweite, etwas kürzere, von dort über den Burni-Kanal bis auf Krk. Insgesamt hat sie eine Länge von 1,3 Kilometern und eine Höhe von 67 Metern. Als die Brücke1980 erbaut wurde, hieß sie noch ‚Tito-Most‘ und war die weltweit größte ihrer Bauart. Erst siebzehn Jahre später wurde sie von der Wanxian Bridge in Chicago übertroffen.
Die Brücke ist mautpflichtig. Man bezahlt jedoch nur, wenn man auf die Insel fährt, der Preis für die Rückfahrt ist bereits inbegriffen.
Die Bora (kroatisch Bura) ist ein trockener, kalter und böiger Fallwind, der zwischen Triest, der kroatischen und der montenegrinischen Adriaküste vorkommt. Auch über Krk fegt er beizeiten hinweg. Winde vom Bora-Typ gehören zu den stärksten der Welt, Spitzengeschwindigkeiten einzelner Böen erreichen Werte von bis zu 250 km/h. Es versteht sich von selbst, dass dann die Brücke zwischen Krk und dem Festland gesperrt wird. In diesem Fall steht die Ampel an der Brücke auf Rot. Auf Grün zu warten wäre sinnlos. Man kehrt um (Wendekreis ist vorhanden) und wartet auf der Insel, bis alles vorbei ist. Das kann in wärmeren Jahreszeiten bis zu drei Tage, im Winter auch einmal zwei Wochen dauern. Manchmal wird die Brücke auch nur für LKW und Campingfahrzeuge gesperrt.
Eine Kiesbucht an der Westküste
Geschichte
Seit mehr als 10 000 Jahren leben Menschen auf Krk. Davon legen Höhlen aus dem Neolithikum bei Vrbnik und in der Bascanska Draga Zeugnis ab. Auch archäologische Überreste aus der Bronze- und Eisenzeit wurden gefunden. Um 1000 vor Chr. besiedelten Japoden und Liburnier, zwei illyrische Stämme, die Insel und nannten sie Kurik, ‚die Steinerne‘. Einige Wälle, Grabhügel und Überreste von Trockenmauerwerk aus dieser Epoche sind noch vorhanden.
Die Römer folgten. Sie gaben der Insel den Namen Curicta, nannten sie wegen ihres natürlichen Reichtums aber auch ‚insula aurea‘ - goldene Insel. Diesen Beinamen trägt Krk bis heute.
Auch diese Zeit hinterließ ihre Spuren. Reste einer Siedlung mit dem Namen Curicum lassen sich unter anderem im Bereich der heutigen Inselhauptstadt Krk nachweisen. Das legendäre Seegefecht zwischen Truppen von Caesar und Pompeius während des römischen Bürgerkrieges fand in der Bucht von Curicta statt.
Ab dem 6. Jahrhundert siedelten sich im Zuge der slawischen Völkerwanderung erste Kroaten auf Krk an, die illyrisch-romanischen Einwohner zogen sich nach und nach zurück oder vermischten sich mit ihnen. Die ältesten kroatischen Siedlungen befanden sich in der Nähe von Dobrinj, Vrbnik und Baška, also an der Ost- und Südküste.
In der Folgezeit kam es zu einem ständigen Machtwechsel. Ab 812 gehörte Krk zum Byzantinischen Reich. Kaum hundert Jahre später zählte die Insel unter den Königen Tomislav (910-928), Kresimir (1058-1074) und Zvonimir (1076-1089) zum kroatischen Königreich.
Ab etwa 1000 nach Christi entwickelte sich Krk zu einem wichtigen Zentrum kroatischer Kultur. Eines der bedeutendsten Schriftzeugnisse der glagolitischen (altslawischen) Sprache ist eine beschriftete Steinplatte aus dem Jahr 1100. Sie wurde in einer romanischen Kirche in der Nähe von Baška gefunden, die der Heiligen Lucija geweiht ist. Beschrieben wird auf ihr die Souveränität des kroatischen Königs Zvonimir I. als Stifter dieser Kirche.
Später, als die Insel zur Republik Venedig gehörte, war Stadt Krk eine Hochburg des Dalmatischen. Diese ausgestorbene romanische Sprache wurde entlang der Ostküste der Adria vor allem in der historischen dalmatinischen Region gesprochen.
Dass Krk auch Bischofssitz war, davon zeugen die dreischiffige Marienbasilika, die Quirinus-Kirche und der bischöfliche Palast in Stadt Krk.
Ab dem 12. Jahrhundert, bis ins 17. Jahrhundert hinein leitete die Grafenfamilie Frankopan unter verschiedener Vorherrschaft die Geschicke der Insel. 1288 verfassten sie ein...