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Entstehung und Etablierung der Volkskunde

AutorMargit Maier
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2004
Seitenanzahl16 Seiten
ISBN9783638296977
FormatePUB/PDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis6,99 EUR
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: 1,7, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Volkskunde), Veranstaltung: Grundkurs Volkskunde, Sprache: Deutsch, Abstract: Auch wenn man von der Entstehung einer Wissenschaft 'Volkskunde' erst gegen Ende des 19. Jh. bzw. am Anfang des 20. Jh. sprechen kann, ist schon einige Zeit vorher eine intensive Auseinandersetzung mit volkskundlichen Fragestellungen zu beobachten. Der geistige Antrieb dazu stammt aus zwei völlig unterschiedlichen Motivationsrichtungen: einerseits wird er schon seit dem 18. Jahrhundert von den rationalistischen und nationalistischen Zielen der Aufklärung genährt, welche aus der Parole der Französischen Revolution 'liberté, égalité, fraternité' hervorgehen, die Gleichheit aller Menschen. Auf der anderen Seite wird durch die idealisierenden romantischen Vorstellungen einer heilen Vergangenheit und die Volksgeistlehre zur Beschäftigung mit der Geschichte des eigenen Volkes angespornt. Die Einflüsse der Romantik sollen im folgenden vertieft werden. Die Entwicklung der Volkskunde zum Universitätsfach verläuft in engem Zusammenhang mit der Sprachwissenschaft. Der wohl bedeutendste Wegbereiter sowohl für die volkskundliche Wissenschaft als auch für die historisch germanische Sprachforschung ist Jacob Grimm, bei welchem deshalb der Schwerpunkt dieser Arbeit liegen soll. Das realistische Denken des Empirismus' wurde verdrängt durch die gefühlsbetonte Romantik. Im Vordergrund stand nun das Unbewusste, Unbegriffene, Urtümliche, das im Dunkel der Vergangenheit liegt. Es wuchs ein starker Wunsch nach Zusammengehörigkeit, eine Sehnsucht nach einem heilen Vorbild, welches man in der germanischen Frühzeit oder im Mittelalter anzusiedeln versuchte. Bei der Vorliebe für die pittoreske Darstellung des Mittelalters kann man regelrecht von einer 'Renaissance' sprechen. Auch spielt hier das Wiederaufleben einer allumfassenden Frömmigkeit und die leidenschaftliche Verehr ung alles göttlichen und schöpferischen eine große Rolle. Diese geistige Strömung findet sich in allen Formen der Kunst wieder, ob in der Malerei bei Caspar David Friedrich, in der Literatur vertreten durch die Brüder Grimm oder in der Musik durch F. Schumann oder F. Chopin.

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